Hakenbek

Ratzeburger Zehntregister von 1230

Hakenbek ist ein untergegangenes Dorf im Ksp. Berkenthin (s. Zehntregister), das 1361 zuletzt genannt wird. Das Dorf lag am Nordzipfel der Gemarkung von Klein Berkenthin (s. Flurname Hakenbek) gegenüber von Kählstorf. 1377 wird nur noch die Mühle genannt.

1230 hatte Nothelm „von Göldenitz“ hier Zehntenbesitz „idem Nothelmus partem decime episcopi tenet dimidiam. Dimidia uacat Episcopo . hoc est quanta pars“. 1292 Hakenbeke (Ratzeburger Hufenregister S. 48), 1355 mansos nostros in Hakenbeke una cum molendino (MUB XIII, 8145, Or.), 1361 curiam suam sitam in Hakenbeke cum duobus mansis (UBStL IV, 79, Or.), 1377 user molen to Hakenbek, mit Strome (SHRU VI, 137, Or.)

Hartwich, Abt in Reinfeld, und das Kloster daselbst überlassen dem Lübecker Bürger Marquard Smylow († vor 1393) die Mühle in Hakenbeke gegen eine jährliche Abgabe von 3 Mk., jedoch für die nächsten zwei Jahre umsonst 15. Sep. 1377 (AHL Holsatica 270d).

Der Rat von Mölln ersucht den Rat von Lübeck, die hinterlassenen Güter des auf einer Wallfahrt nach Rom verstorbenen Marquard Smylow an dessen Schwestersohn Ludekinus Westphal verabfolgen zu lassen (AHL Saxo-Lauenburgica 196).

Die Hakenbek ist identisch mit dem heutigen Rondeshagener Mühlenbach. D.h. auch, dass die 1377 o.g. Mühle die Vorgängermühle der Drögemühle war. Da Rondeshagen weder 1230 im Zehntregister noch 1292 im Hufenregister genannt wird, sondern die ersten Hinweise auf Rondeshagen erst 1394 mit dem Verkauf durch die Parkentins an den Herzog bzw. mit der Nennung 1371 des Wulf de Parkenthin alias de Rudingheshagen  († vor 1397) erfolgen, könnte dieses Hakenbek auch die Vorgängersiedlung von Rondeshagen gewesen sein. s.a. Spätmittelalterliche Wüstungsperiode